Geschichte

 

Auch Joachim Gauck war zu Gast

Bericht vom Februar 2017

Das „Hotel am Waldbad“ in Uelsen hat vor 50 Jahren eröffnet

Vor 50 Jahren hat das „Hotel am Waldbad“ in Uelsen seine ersten Gäste empfangen. Im Laufe der Zeit ist das Haus immer wieder modernisiert und erweitert worden. Rund 20 Jahre lang war es im Besitz der Gemeinde Uelsen.

mep Uelsen. Anfang der 1960er Jahre entschloss sich das Ehepaar Herrgott, zuvor Betreiber des „Casinos“ in Emlichheim, in Uelsen in der Nähe des Waldbads ein Hotel zu bauen. Es wurde am 28. März 1963, also heute vor genau 50 Jahren, eröffnet. Das Gebäude bestand aus vier Doppel- und sechs Einzelzimmern. Es war zunächst einfach eingerichtet; Duschen und Toiletten befanden sich auf dem Flur. Nach und nach baute die Familie das Hotel aus.

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen entstand nördlich des Komplexes ein Gebäude, in der eine Jagdschule untergebracht wurde. Hier konnten betuchte Jagdinteressierte innerhalb von zwei Wochen ihren Jagdschein machen. „Oft reisten sie per Flugzeug aus dem Ruhrgebiet an und landeten auf dem Flugplatz Klausheide. Dann muss jedoch etwas vorgefallen sein, was den Landkreis dazu bewog, die Jagdschule zu schließen“, sagt Tea Delke-Janssens, die das Hotel heute mit ihrem Mann Erik betreibt. Durch den Wegfall der zahlungskräftigen Kunden ging der Umsatz zurück, sodass sich die Familie Herrgott entschlossen, das Hotel 1975 an die Gemeinde Uelsen zu verkaufen. Die Kommune nahm weitere Bauarbeiten vor: Hinzu kamen Zimmer zwischen dem Jagdhaus und dem Hauptgebäude, ein Hallenbad, zwei Kegelbahnen und eine Minigolfanlage mit Kiosk.

Die nächsten Pächter waren die Herren Fassbinder und Klunker, aber schon 1977 löste die Familie Peuker sie ab. 1991 übernahmen Tea und Erik Delke-Janssens das Hotel-Restaurant. „Wir haben uns hier gleich wie zu Hause gefühlt. Wir mochten die Lage inmitten der Natur, aber auch die Menschen gefielen uns“, sagt Tea Delke-Janssens. Die Hotelmeisterin und gebürtige Groningerin wollte zudem in der Nähe ihrer niederländischen Heimat bleiben.

Nach fünf Jahren Pacht kauften sie und ihr Mann das Hotel von der Gemeinde. Diese war froh, einen Interessenten gefunden zu haben, verband den Kauf aber mit der Auflage, zu erweitern, da sie die Bettenkapazität in Uelsen erhöhen wollte. Familie Delke-Janssens nahm dringend notwendige Renovierungsarbeiten vor und baute 1997 nach Süden hin einen neuen Bettentrakt mit zwölf weiteren Doppelzimmern. Zusätzliche Zimmer erforderten auch vermehrte Sitzplatzkapazitäten. So wandelte das Ehepaar vier Jahre später die alte Terrasse zu einem großzügigen Restaurant um, das einen Panoramablick in die umliegende, grüne Wiesenlandschaft ermöglicht. Ihm vorgelagert ist eine neue überdachte Terrasse.

Schwierig waren die Jahre von 2009 bis 2011, als das Hallenbad umgebaut wurde. Delke-Janssens sind froh, diese Zeit überstanden zu haben, denn „es ist nicht leicht, ein Hotel auf einer Baustelle zu betreiben“, erklärt Tea Delke-Janssens. Ihre Kundschaft hat sich im Laufe der Jahre verändert. „Früher hatten wir viele Monteure aus der Erdölindustrie, heute kommen neben Vertretern vermehrt Urlauber, Rad- und Fußwanderer“, erzählt die Hotelmeisterin. Auch Prominente waren unter den Gästen: Joachim Gauck, Heiner Geißler, Iris Berben oder DJ Bobo. Tea Delke-Janssens ist stolz, sehr viele Stammgäste zu haben. Um die 75 Kegelklubs und 30 Stammtische besuchen regelmäßig ihr Haus. Für den Service sorgen vier Hotel- und Restaurantfachfrauen, 15 Teilzeitkräfte und eine Auszubildende. In der Gastronomie sind zwei Köchinnen und Küchenchef Erik Delke-Janssens tätig. Der gebürtige Neuenhauser hat beim Düsseldorfer Sternekoch Robert Hülsmann gelernt.